Meidbewegungen im Kickboxen: Ausweichen wie ein Profi
Wer nicht getroffen wird, kann nicht verlieren. Meidbewegungen sind die Königsdisziplin der Verteidigung, da sie beide Hände für den sofortigen Konter frei halten.
Das Prinzip der minimalen Bewegung
Um Angriffen effektiv auszuweichen, ist Schnelligkeit entscheidend. Doch Vorsicht: Die häufigste Fehlerquelle ist eine Überreaktion. Eine zu weite Meidbewegung kostet Zeit, stört das Gleichgewicht und macht einen schnellen Konter unmöglich.
1. Seitliches Ausweichen (Slipping)
Der Oberkörper wird blitzschnell nach links oder rechts geneigt. Das Gewicht verlagert sich auf das entsprechende Bein.
- Taktik: Versuche zur Außenseite des Gegners auszuweichen (weg von seiner Schlaghand).
- Konter: Ideal für einen direkten Haken zum Körper oder Kopf.
2. Abducken (Ducking)
Du beugst die Knie und den Oberkörper gerade nach unten, um unter Kopfhaken oder hohen Kicks hindurchzutauchen.
- Wichtig: Rücken gerade lassen, nicht den Boden ansehen! Blickkontakt zum Gegner halten.
- Konter: Aufwärtshaken (Uppercut) beim Wiederaufstehen.
3. Rückneigen (Pulling)
Besonders effektiv gegen gerade Führ- oder Schlaghände. Das Gewicht wandert auf das hintere Bein, der Kopf zieht sich aus der Distanz.
- Taktik: Nur den Kopf aus der Reichweite bringen, die Füße bleiben fest.
- Konter: Die gespeicherte Energie im Hinterbein für eine blitzschnelle eigene Gerade nutzen.
4. Abrollen (Bob and Weave)
Eine kreisförmige Bewegung unter dem Schlag des Gegners hindurch. Man "rollt" mit der Schlagrichtung mit.
- Vorteil: Selbst wenn der Schlag noch leicht trifft, wird die Wucht durch die Mitbewegung neutralisiert.
- Konter: Seitwärtshaken aus der Drehbewegung heraus.
Profi-Tipp für das Training
Nutze eine "Slip-Rope" (eine auf Kopfhöhe gespannte Schnur) im Training. Bewege dich unter der Schnur hindurch vorwärts und rückwärts, um das Abrollen und Abducken ohne Partner zu automatisieren.